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Rob Reiner's Meilenstein der Romantic-Comedy Geschichte zeigt die verwirrende Beziehung des titelgebenden ungleichen Paares, dass sich nach Jahren wiedersieht und erneut mit seinen alten Problemen konfrontiert wird.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Vorsicht. Lobhudelei.

Well, that symptom is fucking my wife.

Manche Filme überdauern Ewigkeiten. Manche brennen sich durch eine bestimmte Szene für immer auf die Netzhaut der Zuschauer. Wieder andere sind so populär, dass Teile ihrer Dialoge in den Alltag übergehen und von Menschen auf der ganzen Welt als geflügeltes Wort genutzt werden. Auch gibt es welche, die sowohl kommerziell, als auch bei Kritikern und Zuschauern weltweit gefeiert werden. Und dann gibt es Filme, die all diese Kriterien vereinen. Harry und Sally ist so ein Film. Die romantische Komödie von Rob Reiner (Die Jungs von Spinal Tap) und Nora Ephron (Schlaflos in Seattle) sollte Teil eines jeden Filmkanon sein, der sich auf Komödien, Liebe, auf ungewöhnliche Strukturen und unvergessliche Momente konzentriert. Nora Ephron hat mit ihrem unkonventionellen Skript zu diesem Film eine gigantische Duftnote in das oftmals übermüdete und übermüdende Genre der Romcom gesetzt. Ein Film, den es zu entdecken und lieben gilt.

Denn quasi jede(r) Beteiligte ist hier auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Ephron, sicher, die hat noch einige Hits geschrieben und inszeniert. Rob Reiner, natürlich, der hat eine durchaus beeindruckende Vita. Billy Crystal, ja, eine lebende Legende. Meg Ryan, durchaus, ihre Karriere hat erst mit diesem Film so richtig begonnen. Und Carrie Fisher, hach, ich vermisse dich. All diese Menschen haben durchaus noch viele andere Arbeiten, die für sich sprechen. Derart ikonisch, geschmeidig und passgenau hat aber niemand der Genannten wieder gearbeitet. Harry und Sally ist ein Film, der aus offensichtlich einfachsten Bausteinen gemacht ist, dessen Ergebnis jedoch größer ist, als die Summe seiner Teile. Es ist ein Film, bei dem jeder Mensch zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und das richtige getan hat. Ein Film, dessen letztendliche Qualität und Tadellosigkeit sicherlich keiner so richtig erklären kann. Aber wieso auch? Manchmal muss man das Ergebnis für sich sprechen lassen.

Aber nun ein paar Worte für diejenigen unter euch, die diesen Evergreen von Film noch nicht kennen. Die These, die Ephron und Reiner ihre männliche Hauptfigur hier aufstellen lassen lautet: Männer und Frauen können nicht nur befreundet sein. Über mehrere Episoden verteilt erzählt der Film dann von den Leben von Harry und Sally, die sich zunächst sporadisch, dann immer öfter sehen. In diesen Episoden offerieren die Figuren mehrere Antwortmöglichkeiten zu dieser These, nur um sich dann doch immer weiter in sich zu verheddern. Natürlich weiß das Universum des Kinos, dass die beiden füreinander bestimmt sind. Doch der Weg dorthin ist wahrlich einmalig. Reiner und Ephron integrieren beinahe schon den damals verstorbenen Geiste der Nouvelle Vague, indem sie dokumentarische Einspieler nutzen, in denen Rentner-Ehepaare davon sprechen, wie sie zusammengekommen sind und dabei die seltsamsten Geschichten auftischen. Das gibt dem Film nicht nur einen realistischen Einschlag, es gibt den Episoden einen Kontext, es teasert das Ende an und liefert eine beispielhaften Kombination von Wirklichkeit und Fiktion.

Fazit

Mit „Harry und Sally“ bekommt der Zuschauer sicherlich eine der Speerspitzen des romantischen Komödienkinos vorgelegt. Das ist eine wirklich beispielhaft geschriebene Romcom mit perfekt getimten Humorspitzen, schlauem Gerede, unvergesslichen Szenen und eigentlich ein tolles Hangout-Movie. Das hat über die Jahre hinweg keine Unze an Wahrhaftigkeit verloren. Kein Witz zielt daneben, kein einziges Detail ist hier zu finden, das mittlerweile outdatet wäre. Toll.

Autor: Levin Günther

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