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Windkraftanlagen scheinen das Einzige zu sein, was sich im texanischen Flachland bewegt. Staubige Straßen, hässliche Häuser, dazwischen ragen kümmerliche Palmen wie Klobürsten aus der spärlich bewohnten Gegend. Sue und Billy hoffen auf eine bessere Zukunft am College, deswegen überredet sie ihr Freund B.J. noch ein letztes mal einen draufzumachen. Er hat gerade den Safe seines Chefs ausgeräumt, was Sue und Billy natürlich erst später erfahren, als der wütende Boss seinen Revolver sprechen lässt und ein unschuldiger Mexikaner dran glauben muss. Um das Geld zurückzuzahlen, sollen die drei Freunde nun den Chef vom Chef beklauen und geraten tief in den sumpfigen Mief der lokalen Mafia.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Dass Quentin Tarantino ein Vorbild für viele Filmemacher darstellt, ist sicher kein Geheimnis. Immerhin schaffte sich Tarantino seinen Kultstatus mit dem low-budget Gangsterfilm „Reservoir Dogs“ fast komplett selbst und erlang den Durchbruch so schon nach ungewöhnlich kurzer Zeit. Und es ist daher auch sicher kein Geheimnis, dass sich viele Regisseure und auch Drehbuchautoren von Herrn Tarantino haben beeinflussen lassen. Bei Zeke und Simon Hawkings'We gotta get out of this place“ merkt man die Hommage an den Meister dabei nicht nur in der Art der Erzählung, sondern auch in der Inszenierung, sowie den Dialogen immer wieder an. Das Problem: Bei „We gotta get out of this place“ will sich weder die tarantino`sche Coolheit, noch die Spannung oder die Genialität bei den Dialogen einstellen, sodass der Film der Hawkings leider über weite Strecken zu einem lahmen Gangster/Beziehungs-Film verkommt, der die interessante Ausgangslage der Geschichte im Laufe der Zeit immer mehr zu Nichte macht.

Schon in den ersten paar Minuten des Films merkt man „We gotta..“ die Tarantino-Inspiration an. Von den gelben Schriftzügen, die humorlos den Titel des Films auf der Leinwand präsentieren, über den Einsatz von Country- und Westernmusik, bis hin zur charakterlichen Einführungssequenz, die in einem Bistro lokalisiert ist und mit einem Gespräch über Bacon and Eggs startet. Schon in diesen ersten Momenten merkt man dem Film jedoch auch an, dass diese lockeren und möchtegern coolen Typen und Dialoge irgendwie nicht so richtig funktionieren wollen, dass die Umständlichkeit der Monologe und der Pointen, auf die die Charaktere hinauswollen, erzwungen wirken und dass hinter der Geschichte am Ende leider kein netter Twist oder gar eine gute Idee steckt. „Es gibt 32 Wege eine Story zu schreiben“ wird innerhalb des Films immer wieder erwähnt. Aber es gäbe nur einen Plot: „Dass die Dinge nicht so sind, wie sie scheinen.“ Und da fragt man sich doch, warum die Regisseure und auch DrehbuchautorDutch Southerngerade eine der langatmigsten Wege des Storytellings bei ihrem Film  verwendet haben. Und dass die Dinge am Ende nicht so sind wie sie scheinen ist auch die einzige falsche Finte des Films, an dessen Ende nämlich genau das geschieht, was sich der Zuschauer schon nach einer halben Stunde hatte denken können.

Auch schauspielerisch mag der Film dabei nicht immer zu überzeugen. Stellt Jeremy Allen White seinen Billy zwar noch überzeugend gutgläubig und rechtschaffend dar, schlägt Logan Huffman ein ums andere Mal mit seinem Texas-Akzent, sowie seiner Mimik über die Strenge. Auch Mackenzie Davis spult die meisten ihrer Zeilen eher gelangweilt und hölzern herunter. Nur Mark Pellegrino ("Lost") schafft es seinem klischeebeladenen Widersacher eine Art bedrohliche Präsenz zu verschaffen, wodurch seine raren Szenen auch gleichzeitig zu den besten des Films werden. Doch auch er hat mit einigen unglaubwürdigen und umständlichen Momenten in den kurzen, aber gefühlt viel längeren 91 Minuten zu kämpfen.


„We gotta...
“ kann so im Endeffekt nur mit wenigen Einzelsequenzen überzeugen, bei denen sich immer wieder das Potenzial der Erzählung andeutet. Wenn Logan Huffmans B.J. in Gedanken den „großen“ Raubüberfall des Films durchspielt, dieser in Ego-Perspektive dargestellt und mittendrinnen teils einfach eingefroren und überdacht wird, dann ist das schon eine coole Idee, die auch ansprechend inszeniert ist. Aber was nützt es, wenn der tatsächliche Raubüberfall dann so langweilig und überraschungsarm daherkommt?`Auch die Musik ist grundsätzlich gut gewählt und wird auch immer wieder passend zu den Szenen eingesetzt. Doch mag sie einfach nicht mit der kahlen Texasatmosphäre harmonieren. Hier hat man sich ganz deutlich vonRobert RodriguezMusiksammlung aus TarantinosKill Bill Vol. 2“ inspirieren lassen. Ob das nun passt oder nicht, es musste scheinbar in den Film. Und so setzt sich „We gotta get out of this place“ aus vielen langwierigen und möchtegern coolen Dialogen zusammen, erzählt eine anfangs interessante, aber immer weiter gestreckte Geschichte, mit einem nervigen Liebesdreieck, uninteressanten Figuren und einem überraschungsarmen Ende. Da kann auch ein guter Mark Pellegrino nicht mehr viel retten.

Fazit

„We gotta get out of this place“ will ganz im Zeichen von Tarantinos "Reservoir Dogs" einen dreckigen, kleinen Gangsterfilm auf die Leinwand bringen, scheitert aber an einem forciert wirkenden Drehbuch, umständlichen Dialogen und einer lahmen Geschichte mit lahmen Charakteren. Da helfen auch eine gute Atmosphäre, diverse gute Einzelszenen, sowie ein cooler Mark Pellegrino wenig.

Autor: Thomas Söcker

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