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Als ihre Kinder heiraten wollen, lernen sich der Vater der Braut und der Vater des Bräutigams kennen. Dabei ist der Brautvater fest entschlossen, für die Hochzeit seiner Tochter zu bezahlen, muss aber schon bald feststellen, dass die Familie ihres Verlobten wesentlich mehr Geld auf dem Konto hat. Letztendlich müssen sich die beiden Väter zusammenschließen, um ihren Kindern den besten Tag ihres Lebens zu bescheren.

Kritik

Dieser unermessliche Druck, der auf dem Brautvater liegen muss, wenn er dem schönsten Tag im Leben seiner Tochter keine Steine in den Weg zu legen versucht, ist uns in Deutschland in diesem Extrem in erster Linie wohl nur durch amerikanische Spielfilme nähergebracht worden. Maßgeblich für das Bild des vordergründigen, aber eigentlich zutiefst einfühlsamen Patriarchen, der sich einen Wolf organisiert, um seinen Liebling an einen anderen Mann freizugeben, hat niemand so sehr prägt, wie einst Spencer Tracy im Hollywood-Klassiker Vater der Braut aus dem Jahre 1950. Hochzeitskomödien ohne strauchelndes Oberhaupt scheinen inzwischen, jedenfalls in diesem Genre, unmöglich geworden zu sein, wie nicht nur das gleichnamige Remake mit einem großartigen Steve Martin in der Hauptrolle unter Beweis stellt, sondern auch die neue Kooperation zwischen Adam Sandler (Big Daddy) und dem Streamingdienst Netflix.

Die Woche, die nunmehr vierte Zusammenarbeit zwischen Adam Sandlers Produktionsfirma Happy Midson und Netflix, stellt sich offensichtlich in die Tradition dieser klassisch-amerikanischen Unterhaltungswerke und bedient mit Kenny Lustig (Sandler) den obligatorischen Typus des überforderten Vaters, der seiner 23-jährigen Tochter Sarah (Allison Strong, The Blacklist) ohne Hindernisse und Nervenzusammenbrüche vor den Traualtar geleiten möchte. Natürlich versinken auch die Hochzeitsplanungen in Die Woche im reinen Chaos, während der Nährboden für den größtenteils nicht nur wahrhaft amüsanten, sondern auch angenehm charmanten Humor durch die Verrenkungen Sandlers, die immer stärker auf ihn einschlagenden Komplikationen vor seinen Angehörigen geheim zu halten, geboten wird. Problematisch wird es zusätzlich für ihn, weil der Vater des Schwiegersohns, Kirby Cordice (Chris Rock, Top Five), ein angesehener Chirurg ist, der Kenny mühelos vor der sich anbahnenden Finanzniederlage bewahren könnte.

Dass sich Die Woche selbstverständlich auch zu dadaistischen Albernheiten hinreißen lässt, ist dem Namen Adam Sandler ins Fundament gemeißelt, allerdings dienen diese oberflächlichen Geschmacklosigkeiten, die mit Vorliebe auf Kosten des beinamputierten Onkel Seymour (Jim Barone) gehen, dem Regisseur dem reichhaltig Comedy-erprobten Sandler-Buddy Robert Smigel (Arrested Development, Curb Your Enthusiasm) auch als Stimmungsparometer für gesellschaftliche Befindlichkeiten. Eine Szene, in der Seymour von den Zuschauern eines Baseballspiels zum Kriegshelden erkoren wird, sagt mehr über die vorherrschenden Sozialzustände von Amerika aus, als man es im ersten Moment wahrhaben möchte. Und genau diese Doppeldeutigkeiten sind es, die Die Woche in seinem komödiantischen Impetus nicht platt, sondern mehrwertig gestaltet. Es darf gelacht werden, reichlich, allerdings steht der Lacher nicht nur für sich, sondern besitzt oftmals auch die Funktion eines Verweises.

Und so wird Die Woche auch ein Film über die Gräben zwischen sozialen Klassen, über (falschen) männlichen Stolz und die Kraft, die man als Vater aufbringen muss, endlich loszulassen. So sehr sich die zwei Familien, die hier auf engsten Raum miteinander kollidieren, auch gegenseitig dazu anstacheln, ein Malheur auf den nächsten Rückschlag folgen zu lassen, bleibt Die Woche als ein versöhnliches Werk in Erinnerung. Eine durch Adam Sandlers zwischen Tragik und Komik austariertem Spiel überraschend aufrichtige Auseinandersetzung mit dem altmodischen Wesen familiärer Werte und Ideale, die an den Zusammenhalt glaubt, verhärtete Fronten auflöst und die Protagonisten in eine glückliche Zukunft blicken lässt. Sicherlich mag dieser Optimismus auch etwas Naives mit sich bringen, in seiner unverkennbaren Menschenliebe aber schwingen sich Netflix und Happy Madison hier nach dem bereits gelungenen Sandy Wexler in neue Höhen auf.

Fazit

Mit "Die Woche" schwingt sich die Zusammenarbeit zwischen der Streamingplattform Netflix und Adam Sandlers Produktionsfirma Happy Madison in neue Höhen auf. Durch eine überraschend einfühlsame Auseinandersetzung mit der Überforderung eines Vaters, der seiner Tochter den schönsten Tag ihres Lebens bereiten möchte, ohne dabei seinen Stolz zu verletzten, gelingt Robert Smigel ein amüsanter und wahrlich charmanter Film. Mehr davon.

Autor: Pascal Reis

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