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Inhalt

Viele dürften sich noch an ihre Kindheitsängste erinnern, die uns in jungen Jahren des Nachts auf Trab gehalten haben. Es wird dunkel, wir liegen alleine im Bett unseres Zimmers, und sie sind (scheinbar) schon da – die Monster, die unter dem Bett oder im Kleiderschrank darauf warten, uns das Fürchten zu lehren. Doch wo kommen sie denn ursprünglich her? Pixar nahm diese elitäre Frage auf und brachte die Idee als CGI-Film auf die Leinwand. Denn in diesem farbenfrohen Abenteuer wird diese Angst in der Monsterwelt dringend gebraucht. Doch was wäre, wenn ein Kind buchstäblich in der Welt ihrer Ängste stehen würde, geschweige denn – mal andersrum – den Ungetümen das Fürchten lehrte?

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Diese Frage dürfte sich schnell von selbst beantworten, wenn man sich Monster AG anschaut. Denn die Monster AG ist nichts Weiteres als ein Stromkonzern, der durch die Zimmertüren in die Menschenwelt tritt, um Kinder zu erschrecken. Die Kinderschreie werden in Containern gesammelt, was letztlich Monstropolis mit Strom versorgt. Die Stars unter den Erschreckermonstern sind das blaue Ungetüm James P. Sullivan (John Goodman) und das Auge auf zwei Beinen, Mike Glotzkowski (Billy Crystal), die jedoch bald Wind von den üblen Plänen ihres Erschreckerkollegen Randall (Steve Buscemi) bekommen. Der will das Mädchen Buh in die Monsterwelt entführen, um sie einer schlimmen Gefahr auszusetzen. Doch gerät das Kind zuerst an Sulley und Mike, was in Monstropolis für Chaos sorgt…

Ähnlich farbenfroh wie noch in Toy Story geht es in diesem wahrlich monströsen Werk zu, verlor aber trotz des Szenarios nicht den kindlichen Charme, der gut auf Disney zugeschnitten ist. Alleine schon der Hüne Sulley ist so unverschämt türkisblau gestaltet worden, dass man die Auslegung auf Kinderaugen in jeder Szene deutlich sieht. Dennoch ist Monster AG nicht nur Kleinkindkino für den frühen Nachmittag, sondern wirkt deutlich erwachsener, was besonders im Drehbuch gut zur Geltung kommt. Neben den rasanten Spaßszenen werden immer wieder mal Spannungs- und Tränenmomente eingestreut, die die Zuschauer automatisch mit Disney in Verbindung bringen dürften. Trotzdem wurden diese auf andere Weise inszeniert, und hier wurden die Zeichen der Zeit gut gedeutet, so dass Kitsch á la Bambi der Vergangenheit angehört. Am eindeutigsten wird das im Hauptstrang der Geschichte sichtbar, wenn sich die bösen Machenschaften allmählich offenbaren und so noch ein wenig Stoff bietet, den auch Erwachsene interessant finden können.

Die technische Machart dürfte ebenfalls für alle interessant sein, denn auch trotz der gut 10 Jahre sieht Monster AG immer noch sehr frisch aus. Wer auf die Buntheit Wert legt, wird genauso gut bedient sein wie die, die das Grafische bis ins Detail analysieren werden. Der etwas schlichte Look von Toy Story macht nun detaillierten Oberflächen Platz, und so ist man z. B. auch von Sulleys Fellgestaltung oder den Texturtapeten imponiert. Auch der Einsatz von Licht und Schatten vermittelt viel Atmosphäre: Wenn das Stromunternehmen unter einem grünen Leuchten untergeht oder das Geheimnis von Randall in einem Klimakeller offenbart wird, dann zeigt die Technik, zu was sie fähig ist. Dabei ist alles noch nicht so sehr auf Realismus ausgelegt worden, so dass die Balance zwischen Comic und Realität nicht allzu sehr verschwimmt (siehe als Gegenbeispiele Ratatouille oder Wall-E).

Etwas eindeutiger wird es beim Drehbuch, das, auch wenn es verschiedene moderne Elemente miteinander vereint, eine lockere Geschichte erzählt und dazu noch fesseln kann. Auch wenn so manche Kniffe auf der Strecke bleiben, ist dieser Mix sehr unterhaltsam geschrieben, teils in wahnwitzigem Tempo und voller Humor, teils sehr leise und Tränendrüsen fördernd. Diese Achterbahnfahrt macht auf jeden Fall sehr viel Spaß, und der typisch amerikanische Humor kommt hier voll zur Geltung. Im Gegensatz zu sonstigen Disneyfilmen wurden hier auch wirklich fast alle Figuren in diesen Prozess eingebunden, so dass man tatsächlich von einem Gag-Gewitter sprechen kann, das in vielen Facetten gezeigt wird. Da kann man auch ein paar ruhige Szenen gut gebrauchen, wenn mal ein Spannungsmoment eintritt oder es etwas gefühlvoller zugeht. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern verbraucht sich aber der Film nicht und lässt keinen schalen Nachgeschmack haften. Denn selbst die Pseudo-Verpatzte-Szenen wurden hübsch gestaltet und ernten noch etliche selbstironischen Lacher.

Um das Vergnügen noch spaßiger zu bekommen, bedarf es auch einer gelungenen Vertonung, die sich sowohl im Englischen wie im Deutschen sehr gut anhört. Im Original leihen so etliche namhafte Stars wie John Goodman, Billy Crystal oder Steve Buscemi den Figuren ihre Stimme. Und auch im deutschen Pendant ist so manch Name vertreten, der nicht unbekannt sein dürfte oder man sie irgendwo schon mal vernommen hat. Neben den Schauspielern Ilja Richter und Martin Semmelrogge, sind auch die deutsche Stimme von Mr. Burns (Die Simpsons), Reinhard Brock, sowie Golden-Girls-Synchronaushängeschild Barbara Ratthey vertreten.

Fazit

Mit "Monster AG" ist Pixar einen großen Schritt nach vorne angetreten, auch wenn der Inhalt noch recht harmloser Natur zu sein scheint. Die Geschichte ist liebenswert, dramatisch und spannend zugleich, und die Figuren sind bis in die kleinsten Auftritte sehr unterhaltsam vertreten. Technisch aufgemotzt rast so der Film von Szene zu Szene, vergisst aber auch nicht, mal auf die Bremse zu treten. Das sind die Zutaten für die perfekte Kinounterhaltung, und so ist "Monster AG" ein erster großer Meilenstein in Pixars Schaffensgeschichte und dem Animationskino geworden.

Autor: Sascha Wuttke

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