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Mel Brooks Parodie auf die Weltgeschichte. Der Tausendsassa übernimmt die meisten der Hauptrollen, die Regie, das Drehbuch und die Produktion des Films. Humorvoll zeichnet er die Entwicklung der Menschheit von der Steinzeit bis zur französischen Revolution nach.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Obgleich der inzwischen über 90-jährige Mel Brooks (Dracula – Tot aber glücklich) Zeit seines Schaffens nicht nur Parodien gedreht hat, gilt er als ungekrönter König des klassischen Spoof-Movies: Frankenstein Junior, Mel Brooks' Höhenkoller, Spaceballs und Robin Hood – Helden in Strumpfhosen sind nur einige Beispiele, die diesen Ruf zu Recht betonierten. Eine gute Parodie versteht sich indes darauf, das vorausgehende Quellmaterial, wie etwa im Falle von Spaceballs Krieg der Sterne, in einen neuen Kontext zu setzen, um das verborgene Komödiantische herauszufiltern, ohne dabei aber die inhaltliche Ausrichtung des Originals maßgeblich zu verändern. Die Wiedererkennung und deren Paraphrase sind die korrelierenden Faktoren, die in einer Persiflage an Eigendynamik gewinnen müssen. Mel Brooks beherrschte diesen Hergang quasi aus dem Effeff, was ihn 1981 auch zu größeren Zielen aufbrechen ließ.

Mit Mel Brooks – Die verrückte Geschichte der Welt nämlich hat sich der aus Brooklyn stammende Regisseur, Schauspieler, Produzent und seit Frühling für Hitler Oscar-prämierte Drehbuchautor nicht mehr „nur“ daran gemacht, einen cineastischen Kassenschlager nach Strich und Faden durch den Kakao zu ziehen, nein, stattdessen müssen weite Teile der Weltgeschichte dran glauben: Ob die Steinzeit, das römische Imperium, die spanische Inquisition oder die französische Revolution. Mel Brooks macht sich einen gerne ins Vulgäre ausschlagenden Überschwang daraus, die verschiedenen Kapitel der Historie zu verballhornen und scheut weder davor zurück, die systematischen Foltermethoden der katholischen Kirche in ein knallbuntes Musical zu übersetzen, noch Julius Caesar als verfressenes Riesenbaby darzustellen. Dass Orson Welles (Citizen Kane) zudem als Erzähler fungiert, veredelt die temporeiche Dusselei dieser etwas andere Zeitreise zusätzlich.

Wie es bei obligatorischen Spoof-Movies immer wieder zu beobachten ist, zünden nicht alle Gags, was oftmals mit dem Umstand in Zusammenhang steht, dass Situationen schlichtweg überreizt und der Witz damit verschleppt wird. Mel Brooks – Die verrückte Geschichte der Welt hat ebenfalls mit diesem Problem zu ringen, keine der einzelnen Episoden ist ein Brüller in Gänze, sie besitzen aber immer noch genügend Kreativität, politische Inkorrektheit und die aufopferungsvolle bis überschäumende Inbrunst, das Monumentalkino und Historienspektakel aus Hollywood gnadenlos in die Pfanne zu hauen, um den Zuschauer mühelos bei Laune zu halten. Der Produktionsaufwand, den Mel Brooks für seine ganz persönliche Geschichte der Welt betrieben hat, ist zudem wahrhaft beachtlich und macht den grenzenlosen Unsinn in seinem verschwenderischen Dekor und seinen prächtigen Kulissen nur noch amüsanter.

Fazit

Herrlich unbekümmert zieht Mel Brooks weite Teile der Weltgeschichte durch den Kakao und unstreicht ein weiteres Mal, warum ihm der Ruf des Parodienkönig angehängt wurde. Mag auch nicht jeder Gag zünden, so versteht sich seine absurde Zeitreise immer noch als kreatives und prächtig ausgestattetes Spoof-Movie, dem es an einer Sache zum Glück mangelt: Respekt.

Autor: Pascal Reis

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