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Selbst auch nicht gerade eine Heilige, hat es Julia Cody über Jahre erfolgreich geschafft, ihren 17-jährigen Sohn Joshua vor ihrer kriminellen Familie abzuschirmen. Als sie jedoch an einer Überdosis Heroin stirbt, wendet sich Joshua an seine Großmutter, Janine "Smurf" Cody. Diese wacht mit einer grenzwertig inzestuösen Liebe über ihre drei Söhne, die ihren Lebensunterhalt mit brutalen Banküberfällen bestreiten. Die Polizei ist insbesondere ihrem ältesten Sohn Pope auf den Fersen, der es immer wieder schafft, rechtzeitig unterzutauchen. Doch als die Polizei von Joshua erfährt, versucht sie, ihn als Spitzel einzuspannen. Für den Jungen beginnt eine lebensgefährliche Gratwanderung…...
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Kritik

Das australische Kinos ist trotz Werken wie Wolf Creek oder den Mad Max-Filmen immer noch nicht so bekannt, wie es wünschenswert wäre, denn nicht erst seit kurzem kommen vom fünften Kontinent gute bis herausragende Filme, die hierzulande aber meistens direkt fürs Heimkino oder das digitale Wühlregal ausgewertet werden. Sehr bedauerlich. Auch Animal Kingdom, der in Deutschland auch als Königreich des Verbrechens veröffentlicht wurde, ist so ein Fall. Das familiäre Gangster-Drama von Regisseur und Autor (The Rover) hätte eine Kinoauswertung mehr als verdient, handelt es sich doch um einen der besten Gangsterfilme des neuen Jahrtausends.

Michôd erzählt eine Unterwelt-Saga, diese spielt sich jedoch nicht in vornehmen Villen oder qualmdurchfluteten Hinterzimmern ab, sondern in der Alltäglichkeit. Er zeichnet ein Bild von organisierter Kriminalität, die dort beheimatet ist, wo das ganz normale Leben spielt und auch wenn es Genre-typisch eine essentielle familiäre Gewichtung gibt,  fühlt sich Animal Kingdom doch erfrischend anders an. Auch weil die Geschichte aus  den Augen des jungen Joshua (, The Drop - Bargeld) erzählt wird, einem Teenager, der oft teilnahmslos und lethargisch wirkt und damit die die allumfassende Hoffnungslosigkeit, die der Film inne hat, am anschaulichsten repräsentiert.

Die Gangsterwelt von Animal Kingdom wirkt in Gänze hochgradig realistisch, düster und ist frei von altbekannten Klischees des Subgenres. Es ist keine Zelebrierung der Halbwelt, sondern mehr ein klarer wie eiskalter Blick in das Innere. Regisseur Michôd vollführt diese präzise Beobachtung mit scharfkantigem Nihilismus, der einen packt und nicht mehr los lässt.  Vor allem die Beziehung von Familienpatriachin Janine (großartig: Jacki Weaver, Stoker) zu ihren Söhnen, die nicht selten ödipale Züge einnimmt, bereichert die Geschichte und fügt vielschichtige Facetten dazu, die Animal Kingdom zu mehr machen, als einem handelsüblichen Gangsterfilm. Es ist vor allem eine Abhandlung über Macht und Manipulation, ausgeführt und beheimatet im System einer Familie.

Diese ganzen Teilstücke passen wunderbar zusammen, ergeben ein grandioses Ganzes: einen pessimistischen wie narrativ einwandfreien Film, der vom Ensemble sowie seiner rauen aber niemals zu aufgesetzt wirkenden Welt getragen wird, in der die Liebe immer etwas erdrückendes hat, was Michôd in einer Mordszene grandios zur Schau stellt. Mag sein, dass das alles ein wenig zu schwarzmalerisch ist, es passt aber perfekt ins Sittenbild, was Michod nutzt. Hier ist Liebe vor allem Manipulation und Macht, womit sich ein düsterer Kreislauf aufbaut und schließt, aus dem es kein Entkommen gibt.

Fazit

Kein gewöhnlicher Gangsterfilm, sondern ein superb gespielte und mitreißend nihilistische Abhandlung über Macht und Manipulation innerhalb den Kreisen einer Familie. "Animal Kingdom" gilt zurecht als eines der Aushängeschilder des australischen Kinos.

Autor: Sebastian Groß

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