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Nachdem sein bester Freund und Kriegskamerad von einer Straßengang zum Krüppel gemacht wurde, sinnt Vietnamveteran John auf Rache. Er richtet ein Massaker unter den Gangmitgliedern an, doch dadurch kommt er erst auf den Geschmack. Fortan eliminiert er als „Exterminator“ das Gesindel, dem die Polizei nicht habhaft wird. Diese heftet sich in Form von Detective Dalton nun an seine Fersen.

Kritik

Einst indizierter und dadurch wie so vieles im VHS-Deutschland der 80er zum Kultfilm avancierter Selbstjustiz-Rüpel, bei dem man sich heute in Hinsicht auf seine teilweise noch vorhanden Popularität verwundert die Augen reibt. Denn der vom nicht sonderlich erfolgreichen Regisseur & Autor James Glickenhaus (McBain, hat sich 1995 mit gerade mal 45 Jahren auch komplett aus dem Geschäft verabschiedet. Wohl besser so…) wahrscheinlich schlicht zu einem günstigen Zeitpunkt auf den Markt geworfene Der Exterminator ist gelinde gesagt eine einzige Zumutung.

Schon der Anfang in Vietnam (braucht man übrigens viel Fantasie für, wirkt eher wie nachts am Baggersee um die Ecke mit ein paar platzierten Pflanzen als Deko) ist nicht nur essentiell wichtig um das tiefe Band der Bromance zwischen unserem „Helden“ John (Robert Ginty, Coming Home – Sie kehren heim) und dem später übel zugerichtete Michael (Steve James, American Fighter) zu erläutern, er ist direkt ein Querschnitt, wohin die Reise in den nächsten 100 Minuten gehen soll. In die Gefilde furchtbar billiger und untalentiert-liebloser B-C-Movies, die mit ein paar Knalleffekten und kackbrutalen Schauwerten darüber hinwegtäuschen möchten, das hier der Dilettantismus Herr des Hauses ist. Zurück in der Heimat schaltet Johnny Boy dann nach besagtem Überfall auf Kamerad Michael wieder zurück auf den Vietnam-Modus, holt die M16 raus und mäht nicht nur die daran Schuldigen um. Ne, weil es ja sonst keiner macht und das irgendwie auch total geil ist (endlich wieder töten, yeah!) wird gleich weitergemacht. Gangster, Zuhälter, Pädophile und Nuttenpreller, sie alle sollten sich in Acht nehmen, denn Der Exterminator ist gerade mal warm gelaufen.

Inhaltlich – wie jeder Selbstjustizstreifen – natürlich grundsätzlich schon mal fragwürdig, was denen aber ja nicht zwingend das Genick brechen muss. Irgendwo kann man sich immer ein emotional verständliches oder vielleicht sogar moralisch vertretbares Hintertürchen lassen. Davon hat dieser Film offenbar noch nie etwas gehört, wie von den meisten Dingen, wobei das noch sein geringstes Problem ist. Wenn es denn wenigstens gut gemacht wäre. Unterhaltsam wäre. Richtig Dampf im Kessel hätte. Selbstironie, beißenden Sarkasmus besitzen oder bewusst überzeichnet wäre, um auf die satirische Weise seinen Gewalt-bejahenden und furchtbar unbedarften, menschenverachtenden Tonfall anderweitig aufzulockern. Nichts, gar nichts davon ist der Fall. Stattdessen ist dieser Taxi Driver für die letzte Reihe ein einziger Offenbarungseid. Nicht nur vom Inhalt, ganz speziell sogar vom Handwerk, was ihm eventuell ja noch Gnadenpunkte einbringen könnte. Schnitt, Übergänge, Szenenmontagen und der gesamte, rhythmische wie narrative Ablauf sind eine einzige Katastrophe.

Das Script wirkt wie von einem 12jährigen verfasst und trotz seines reißerischen, reaktionären Plots besitzt der Film überhaupt keine Dynamik. Auch ein Kunststück, das würden viele bei der Ausgangslage ja nicht mal hinbekommen, wenn sie es bewusst darauf anlegen. Talentfrei runtergerotzt von vorne bis hinten und dann noch mit dem blassen Milchgesicht Robert Ginty in der Rolle des skrupellosen Vollstreckers kolossal fehlbesetzt. Da fällt einem echt nichts Positives mehr ein. Außer: Es wird eine sehr interessante Art präsentiert, sich ein Würstchen heiß zu machen. Immerhin.

Fazit

Übel grobschlächtiger und darüber hinaus auch noch fürchterlich zäher Selbstjustiz-Billig-Klopper, der wüste Gewaltdarstellung mit Emotion, Spannung und Unterhaltungswert verwechselt. Da braucht es schon verdammt viel Nostalgiebonus, um nicht verzweifelt die Hände überm Kopf zusammenzuschlagen. Einmal exterminieren bitte.

Autor: Jacko Kunze

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